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Hilfe, wenn plötzlich alles zu viel wird

Servicestelle berät Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krisenfall

Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen – das bedeutet für viele Arbeitnehmer eine Menge Stress. Die Kinder müssen betreut werden, vielleicht muss ein Verwandter gepflegt werden. „Und wenn dann zum Beispiel noch gesundheitliche Probleme hinzukommen, wird mitunter alles viel zu viel“, sagt Dr. Wolfgang Willich, Fachmann für Gesundheitsmanagement. Er rät dazu, sich rechtzeitig Unterstützung an die Seite zu holen. „Sonst kann es schnell gefährlich werden.“

Willich arbeitet in der Servicestelle Vereinbarkeit von Familie und Beruf (VFB) in Hiddenhausen. Bei ihm und seinen Kolleginnen melden sich Menschen, die Arbeit und Alltag nicht mehr miteinander vereinbaren können. „Und die Zahl der Anrufe hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, bilanziert der 59-Jährige.

Wo die Servicestelle ansetzt

Arbeitgeber wünschten sich Mitarbeiter, die engagiert sind und sich mit all ihren Stärken in den Berufsalltag einbringen. „Aber moderne Unternehmen wissen auch: Nicht immer können sich die Mitarbeiter voll und ganz auf ihren Job konzentrieren“, erklärt Willich. Wenn es zum Beispiel eine Krise in der eigenen Familie gibt, dann rüttele das den Alltag ziemlich durch.

„Doch besonders in kleineren Unternehmen fehlt es oft an den notwendigen Ressourcen, um in solchen Situationen Hilfestellungen anzubieten.“ Genau dort setzte die Servicestelle an. „Wir zeigen mögliche Auswege auf und vermitteln auf Wunsch in kostenlose oder kostengünstige Angebote weiter“, sagt Willich. „Anfragen behandeln wir diskret und vertraulich.“ Persönliche Informationen werden nicht weitergegeben, in betrieblichen Konfliktsituationen werde die Servicestelle erst auf ausdrücklichen Wunsch des Mitarbeiters vermittelnd tätig.

Wer sich besonders häufig meldet

Besonders oft melden sich laut Wolfgang Willich Mitarbeiter, die einen Elternteil oder einen anderen Verwandten pflegen müssen. „Nicht immer ist es möglich, diese Herausforderung auf mehrere Schultern zu verteilen, weil zum Beispiel keine Geschwister in der Nähe leben“, sagt Willich. Dann haben Familien ein massives Problem. „Es ist aber wichtig zu wissen: Sie müssen damit nicht alleine klarkommen. Es ist in Ordnung, sich Beratung zu holen.“ Das gelte auch für andere private Krisen: zum Beispiel Trennung oder Scheidung vom Partner, Schulden- und Suchtprobleme oder schwere Krankheiten.

Die Servicestelle ist ein Angebot der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, es gibt sie bereits seit 2007. Getragen und finanziert wird sie durch einen Verbund aus 22 regionalen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen. Wer in einer der Mitgliedseinrichtungen arbeitet, kann sich kostenlos melden. Die Berater sind erreichbar unter Telefon 0175/2989330 oder per E-Mail an vfb@ejh-schweicheln.de. Interessierte Arbeitgeber können sich ebenfalls melden.

Dr. Wolfgang Willich unterstützt Menschen, die Beruf und Familie nicht mehr unter einen Hut bringen können.

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